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Rechtes Bild: Herr Srocke (Architekt - Bildmitte) und Herr Roht (Bauhütte Quedlinburg - ganz rechts) erläutern Herrn Baxmann das Bauvorhaben.
Endlich viel der Startschuss zur Sanierung des Kirchturms der Stankt Marienkirche in Dedeleben. Nachdem vor einiger Zeit das Gerüst aufgestellt wurde, wird seit dem 16. August 2010 der obere Teil des Kirchturms saniert.
Als Erstes wurden die Risse und Fugen freigelegt um ein genaues Bild der Schäden zubekommen. Für den ersten Bauabschnitt wurden ca. 70.000 Euro bereitgestellt. Es ist geplant, die Risse bis zum Spätherbst zuschließen.
Anhand der Bilder kann man sich ein Bild machen wie der Zahn der Zeit seine Spuren am Turm hinterlies. Es ist geplant die Sanierung des Turms in den nächsten Jahren weiter zuführen. Bei der Baubesprechung vor Ort erläuterte der Architekt Herr Gerd Srocke den anwesenden Gemeindekirchenratsmitgliedern die Vorgehensweise der Sanierung.
Gegenstand der hier geplanten Sanierungsmaßnahme stellt das Turmbauwerk dar. Von außen wird der Kirchturm durch die massiven Strebepfeiler geprägt. Dieses Massenmauerwerk mit seiner Werksteinoberfläche stellt eine moderne Zugabe in der Bauwerksgeschichte des Kirchturms dar. Bei dem derzeitigen Kenntnistand ist davon auszugehen, dass diese Strebepfeiler Ende des 19. Jahrhunderts dem Turmbauwerk zugeordnet wurden.
Das weiter aufgehende Mauerwerk zeigt sich als Muschelkalkstein-Natursteinmauerwerk in kleingliedriger Ausführung. Die Fugen sind zum Teil ausgewaschen und das Natursteinmauerwerk weist einen desolaten Zustand auf. Ein früherer Verputz ist derzeit nur teilweise erkennbar. In der Turmfassade sind zum Teil Rissbildungen sichtbar. Im Turmmauerwerk wurde Gipsmörtel angetroffen und nachgewiesen. Ein Umstand der im Verlauf anstehender und weiterführender Sanierungsarbeiten zu beachten ist.
Im Rahmen eines ersten Bauabschnittes ist der Bestand des oberen Turmschaftes sicherzustellen. Dieser obere Fassadenabschnitt zeigt das typische Natursteinmauerwerk der Nordharzregion. Es wurde der vorhandene Muschelkalkstein verwendet. Als Setzmörtel konnte Gips nachgewiesen werden. Im Verlauf früherer Sanierungsarbeiten sind bereits Zuganker eingebaut worden, die dem sich zeigenden Rissbild entgegen wirken sollen.
Im Rahmen der geplanten Sanierungsmaßnahme sind die vorhandenen Zuganker unterhalb der Schallöffnungen auf ihre Funktionstüchtigkeit zu bewerten. Ein kraftschlüssiger Anschluss an das Mauerwerk ist sicherzustellen. Im Übergang zu den Strebepfeilern sind konstruktiv weitere zwei Zugankerpaare einzubauen. Mit diesen Ankern ist der Bestand des oberen Turmbauwerkes im Zusammenhang weiterer Sanierung- bzw. Rückbauarbeiten an den Strebepfeilern abzusichern. Der äußere Bereich des Turmmauerwerkes ist mauerwerksseitig zu überarbeiten. Das bedeutet, dass die vorhandenen Risse zu öffnen und neu im Mauerwerksverband zu schließen sind. Die einbindende Mauerwerkstiefe wird ca. 30 bis 50 cm betragen. Bei großflächigen Ausbrüchen sind zusätzliche Rückverankerungen mittels Mauerwerkstaschen sicherzustellen. Nach Abschluss der vorbereiteten Arbeiten ist ein mehrlagiger Verputz aufzutragen.
Die Mörtelauswahl für den Setz- und Putzmörtel erfolgte hier in Abstimmung mit den Mörteluntersuchungen. Es wird hier ein Hochbrandgips verwendet, der dem historischen Bestand gleicht. Auf die Verwendung von Zement- und Trassprodukten ist zu verzichten. In der weiteren Vorbereitung der Arbeiten am Kirchturm der Sankt Marienkirche macht sich eine statische Betrachtung zum Bestand der Strebepfeiler erforderlich. Als weiterer Bauabschnitt macht sich eine Sanierung der Turmhaube erforderlich. Die bauliche Situation ist hier besonders bedenklich.
Die vorhandenen Schallöffnungen sind regensicher zu schließen. Zu diesem Zweck werden Holzelemente mit einer Lamellenausführung eingebaut. Die Vorlagen des Glocken- und Orgelsachverständigen sind zu beachten. Des Weiteren sind Sohlbänke einzubauen, die das Natursteinmauerwerk vor eindringender Feuchtigkeit schützen (Bleiblech bzw. Natursteinsohlbänke)
Uwe Krebs, G. Srocke (Architekt)
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Linkes Bild: Frau Spangenberg sowie Herr Geisler (ganz rechts) vom Gemeindekirchenrat begutachten die Schäden am Turm.
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Gut zu sehen sind die Risse im Kirchturm.
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Bilder: Uwe Krebs