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Großer Grenzverkehr

 






Bilder zu diesem Projekt finden Sie auf "Bilder 1", "Bilder 2" und "Bilder 3".






 

Im Juli/August 2006 gab es den "Großen Grenzverkehr" in Dedeleben. Lesen Sie hier was es damit auf sich hatte. Als erstes möchten wir Ihnen einen Artikel darüber präsentieren, der im September 2006 in der "Kucke-Dek-Umme" (Heimatzeitung aus unserem Gebiet) erschienen ist.

„Großer Grenzverkehr“

Keith Spinali (Minnesota - USA), Samantha Johnson (Südengland), Janna Stone (Seattle -USA) und Imogen Davis (Birmingham - Großbritannien). Vier Namen, die zu Jugendlichen gehören, welche vier Wochen (bis zum 13. August) am Projekt „Großer Grenzverkehr“ teilgenommen haben, sehr gut die deutsche Sprache beherrschten und nicht das 1. Mal in unserem Land zu Gast waren. Diese Aktion wird nun schon das 4. Mal von dem Verein „Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt“ durchgeführt. In den vergangenen Jahren fand das Projekt in Orten an der ehemaligen Grenze, in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen-Anhalt und in Thüringen sowie erstmals auch in Niedersachsen, statt. Die Gelder hierfür stellte die Bundesregierung zur Verfügung, allerdings in diesem Jahr zum letzten Mal. Ob sich für nächstes Jahr ein neuer Sponsor finden lässt ist leider noch offen. Beim „Großen Grenzverkehr“ ist nicht nur der Kontakt mit Menschen aus dem „Osten“ angedacht, nein, es gab auch Treffen mit Jugendlichen aus dem kleinen Dorf Hoiersdorf (kurz vor Schöningen im Landkreis Helmstedt) in Niedersachsen. Allgemein kann man sagen, dass der Kontakt speziell zu Dedelebener Jugendlichen schnell hergestellt war. Vielleicht bleibt ja ein Kontakt mit dem einen oder anderen bestehen, was ja in Zeiten von Internet und E-Mail sicher kein Problem darstellen sollte.

Innerhalb dieser 4 Wochen gab es auch eine Reihe von Aktionen die durchgeführt wurden bzw. unsere Gäste selbst veranstalteten haben. Es gab Besuche im Fallstein-Gymnasium, an welchem übrigens Claudia Fuckert aus Dedeleben lernt, welche die Gäste während ihrer Zeit im Ort betreut hat. Ebenfalls wurde die Sekundarschule in Dedeleben besucht. Vor dem Pfarrhaus wurde ein kleiner Weg gepflastert. Des Weiteren fand ein koreanischer Abend statt, denn Keith stammt aus Korea. Natürlich durfte ein amerikanischer Abend auch nicht fehlen. Es gab eine Fahrradtour durch die nähere Umgebung sowie mit Kindern ein Kunsttag. Eine Sportveranstaltung mit Hoiersdorfern, ein Besuch des Indy-Festivals in Deersheim und ein Multi-Kulti-Brunch. Für die Bewohner des Seniorenheims Krüger wurde ein britischer Teenachmittag veranstaltet. Um zu sehen wie es vor der Wende an der Grenze „lang ging“ stand auch ein Besuch der Gedenkstätte Marienborn an. Im niedersächsischen Hoiersdorf wurde mit Kindern aus Dedeleben ein Fußballturnier veranstaltet und es gab einen veganischen Abend. Als etwas Besonderes kann sicher auch der Besuch im Magdeburger Zoo angesehen werden. Schließlich gab es ein Abschiedsfest mit den Dedelebener Jugendlichen.

Sie sehen, es gab innerhalb der vier Wochen hier in Dedeleben ein umfangreiches und sicher auch schönes Programm. Es bleibt am Schluss zu hoffen, dass durch einen neuen Sponsor solche Projekte auch in Zukunft möglich sein werden. (Henry Schrader)

Teilnehmer des Projektes Teilnehmer des Projektes

Teilnehmer des Projektes


Bericht über das Projekt in Dedeleben - von Keith Spinali

Keith Spinali, ein Teilnehmer des Projektes lässt dieses hier noch einmal Revue passieren. Lesen Sie diesen Bericht auch in englischer Sprache!

Keith Spinali

Bericht über das Projekt in Dedeleben

August 2006

Großer Grenzverkehr- Friendship Beyond Borders Summer 2006: Dedeleben

Vor vier Wochen sind vier von uns aus unserem lauten und tätigen Leben in der englischsprachigen Welt ausgestiegen, um in einem kleinen, ländlichen Dorf, das Dedeleben heißt und das in der ehemaligen DDR liegt, zu reisen. Wir sind mit vier Zielen gekommen: das erste, mit dem Aufbauen von einer Verbindung zwischen den Jugendlichen im Osten und denen im Westen zu helfen; das zweite, von jeder verstohlenen und unverblümten Form des Rassismus abzuraten; das dritte, über die englische und amerikanische Kultur zu lehren; und das vierte, wir wollten auch Spaß haben.

Aufmerksamkeit auf unser Projekt zu ziehen

Während der ersten Woche unseres Aufenthalts in Dedeleben stand im Mittelpunkt unseres Fleißes, die örtlichen Jugendlichen für unser Projekt zu interessieren. Zu diesem Zweck verwendeten wir eine unterschiedliche Menge von Aktivitäten: wir gruben und zementierten einen öffentlichen Fußgang—dies war unser vorher geplantes Verschönerungsprojekt—; wir besuchten eine in der Nähe liegende Schule in Osterwieck und führten eine Diskussion über globale Stereotypie und den Rassismus durch; wir schnüffelten ein bißchen herum, fanden die beliebten Plätze, wo die jungen Leute herumhängen (in diesem Fall waren das das Freibad Dedelebens und die benachbarte Bushaltestelle) und machten wir uns mit Essen und Getränke auffällig und anziehend; und zuletzt waren wir bei zwei Schulparties anwesend und hatten dort uns und unser Projekt zu den Jugendlichen, die nicht durch die Schule oder das Freibad zu erreichen waren, vorgestellt. Am Ende von der ersten Woche hatten wir und unser Projekt bei drei Gruppen von lokalen Jugendlichen, die ihre Mitglieder aus Gründen von Alter und Vermögen entschieden hatten, beliebt gemacht.

Projekt Aktivitäten

Nun, da wir die Aufmerksamkeit von den Jugendlichen Dedelebens hatten, konnten wir anfangen, einen großen Bereich von Aktivitäten zu gestalten und organisieren, um so viele Kinder und Teenagers in Kontakt mit fremden Kulturen (vor allem mit der englischen und amerikanischen Kultur, aber auch mit der koreanischen und veganischen) wie möglich zu bringen und um eine Verbindung zwischen den Jugendlichen in Dedeleben und denen in Hoiersdorf, unserem Partnerort im Westen, herzustellen. Unser amerikanischer Abend, britischer Teenachmittag, unser koreanisches Abendessen und veganisches Festmahl wurden alle mit der ältesten und jüngsten Gruppe gut aufgenommen. Unser Film- und Pizza-Abend waren bei der Mittelgruppe beliebt, obwohl die Filme über die Todesstrafe und den Sexismus handelten und obwohl wir nach den Filmen Diskussionen darüber geleitet hatten. Auch luden wir die Jugendlichen aus Hoiersdorf ein, um mit unserer jüngsten Gruppe zu spielen und nachher zu kochen—wir hatten die amerikanische Spezialität S’mores geröstet—und dann brachten wir diese Gruppe nach Hoiersdorf, um eine Sportkonkurrenz mit den Hoiersdorfern zu machen.

Auswertung

Am Ende hatten Dedeleben und seine Jugendlichen sich als ein passender, vermittelnder Stoff für die Übermittlung von Perspektiven und Kulturen erwiesen. Durch Motivabende und Exkursionen, Filme und das Färben mit Knöpfbatik, Schultänze und Diskos hatten wir nicht nur unsere Kulturen—englisch, amerikanisch, koreanisch, und veganisch—den Kindern und jungen Erwaschenen Dedelebens vorgestellt, sondern wir hatten auch während der letzten vier Wochen viel über das Leben in ländlichem Deutschland erfahren und gelernt. Außerdem hatte unser Projekt Freundschaften, die nicht nur die ehemalige Ost-West Grenze überquerten, sondern die auch Grenzen von Rassen, Ideologie, Vermögen und Alter durchzieht — ganz zu schweigen von der großen und randalierenden Masse von Wasser, der atlantische Ozean. Zuletzt (und vielleicht auch am wichtigsten) hat uns dieses Projekt außerordentlich Spaß gemacht.

Diesen Bericht gibt es auch in englischer Sprache!






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