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Helga Klee, Hermsdorf
Ein eigentümlicher Zauber geht von der Christrose aus. Wenn alles in Winterkälte erstarrt ist, öffnen sich ihre Blüten, „Teufelswerk“ könnte man vermuten, wäre da nicht das unschuldige Weiß. Dahinter konnte sich, selbst nach Ansicht unserer abergläubischen Urahnen, nichts verstecken. Die Blume erblüht zu Jesus Christi Ehren, waren sie deshalb überzeugt und verliehen ihr den Namen Christrose? Es klappt allerdings nicht immer so ganz mit der Blüte zum Weihnachtsfest. Frühe Sorten entfalten sich schon Ende November, andere fangen erst nach Weihnachten an zu blühen. Heute helfen die Gärtner meist ein bisschen nach, damit blühende Töpfe und Schnittblumen in ausreichender Menge pünktlich zum Fest angeboten werden können. Die Pflanzen entwickeln sich langsam und blühen erst mit drei bis vier Jahren. Außerdem hassen sie es umgepflanzt zu werden, und reagieren im Folgejahr meist mit Blütenlosigkeit.

Helga Klee, Hermsdorf
Die Idee für das erste gedruckte Exemplar stammt von Gerhard Lang (1881 – 1974) aus dem schwäbischen Maulbronn. Als Junge fragte er seine Mutter ständig, wann Weihnachten sei. Deshalb zeichnete sie ihm immer zur Adventszeit 24 Kästchen auf einen Karton und legte auf jedes ein Plätzchen. Als Gerhard 1904 Teilhaber einer Druckerei wurde, ließ er den ersten Adventskalender mit Zeichnungen herstellen.
Helga Klee, Hermsdorf
„Adventus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ankunft“. In der christlichen Tradition bereiten die Gläubigen sich dabei auf die Geburt Jesu vor. Erstmals wurde die Adventszeit im 5. Jahrhundert in Italien gefeiert, wo der Papst sie auf vier Wochen festlegte.
Helga Klee, Hermsdorf
Zimt ist der Duft von Weihnachten. Nur wenige Düfte wecken so stark weihnachtlich-winterliche Gefühle wie das Aroma Zimt. Ob im Glühwein oder Tee, in Lebkuchen oder Spekulatius. Dabei ist Zimt, das Ganzjahresgewürz, das in seinen Herkunftsländern Sri Lanka und China auch Fleisch und Reisgerichten den rechten Geschmack gibt und bei uns vielen Süßspeisen beigegeben wird. Von den etwa 250 Zimtsorten wird hier zu Lande am meisten Ceylon-Zimt verwendet, auch Kaneel genannt. Er ist im Geschmack süßlicher und feiner als die andere Hauptsorte, der herbe China, oder Kassia Zimt.
Bekannt ist Zimt seit der Antike. Wie wertvoll er damals gehandelt wurde, zeigt eine Überlieferung aus dem alten Rom: Kaiser Nero ließ nach dem Tode seiner Frau einen ganzen Jahresvorrat an Zimt verbrennen, um dem Volk die Tiefe des Verlustes nahe zu bringen. Der Zimtbaum Cinnamomum wird auf Sri Lanka, in Südindien, Indonesien auf Madagaskar und in Lateinamerika angebaut. Zimtpulver eignet sich zum Backen und Würzen von Speisen, während Stangen gern zum Einkochen von Früchten genommen werden.
Helga Klee, Hermsdorf
Früher hat der heilige Nikolaus den Kindern die Gaben zu Weihnachten gebracht. Die Kunstfigur des Christkindl (auf Bildern meist mit Engelsflügel dargestellt) wurde seinerzeits von Martin Luther erfunden, der damit sein Vorhaben, den heiligen Nikolaus abschaffen zu wollen, untermauerte. So wurde allgemein das Christkindl zum Gabenbringer für die Kinder. Es bringt die Geschenke heimlich in der Dämmerung des 24. Dezembers und wenn man genau hinhört, kann man sein silbernes Glöckchen läuten hören. Das ist das Zeichen, dass das Christkindl schon da war und die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet hat.
Helga Klee, Hermsdorf
Österreich: Hier tanzt man um Mitternacht dem neuen Jahr mit einem Walzer entgegen. Danach gibt es eine Bratwurst.
Japan: Um 24:00 Uhr ertönen im ganzen Land 108 Glockenschläge, welche die 108 Übel des alten Jahres vertreiben sollen.
Italien: Die Frauen tragen hier rote Dessous (sie müssen ein Geschenk sein), die ihnen Glück in der Liebe bescheren sollen.
Spanien: Zu jedem Glockenschlag um Punkt 12 verspeisen die Spanier eine Traube. Wer`s schafft hat Glück!
Russland: Der 31.12. ist hier ein Festtag, an dem vielerorts Weihnachten und Neujahr zugleich gefeiert werden. Honig und Mohn sollen Glück dabei bringen.
China: „Um das neue Jahr hereinzulassen“, werden ab 23:00 Uhr alle Fenster geöffnet. Unverheiratete werfen Mandarinen ins Meer, um einen Ehepartner zu finden.
Helga Klee, Hermsdorf
Während wir auf der Nordhalbkugel um den 24. Dezember Schnee und tiefe Temperaturen gewohnt sind, beginnen die Neuseeländer bei steigenden Temperaturen im Vorsommer schon merklich zu schwitzen. Sie schwitzen auch, weil sie aus einem bestimmten Grund Löcher graben: Auf der Insel feiert man gern am Strand ein „Maori hangi“, das traditionelle Picknick, bei dem man in Löchern auf heißen Steinen kocht. Wer braucht schon fleißige Handwerker oder moderne Küchengeräte, sagen die erfinderischen Neuseeländer.
Hier wird landestypisch Lammkotlett gereicht oder „zu Tage“ gefördert. Denn gekocht wird schließlich unterirdisch. Jede Menge Sorten Fleisch und Kartoffeln gehen auf die heißen Steine, dann wird das Loch von oben abgedeckt. Nach einigen Stunden ist der Garvorgang abgeschlossen. Dazu gibt es Salate und Pudding – und „Pavlowa“, das Schaumgebäck mit Eischnee, Sahne, Erdbeeren und Kiwis.
Man genießt in Ruhe und freut sich am Nachmittag schon auf die Dämmerung, wenn viele Weihnachtslieder gesungen werden. Die angelsächsischen Einflüsse gehen den Neuseeländern aber nicht ganz ab. Es gibt auch Gerichte, die zu Weihnachten in der Küche hergestellt werden, wie etwa Puter und Plumpudding. Einen Baum kennen die Neuseeländer auch, der „Pohutokawa“, der im Dezember herrlich rot blüht. Und es gibt einen rotweißen Weihnachtsmann, der den Kindern Geschenke bringt.
Helga Klee, Hermsdorf
Sie duften nach Ingwer, Nelken und Zimt. Beißt man hinein, knackt die Schokolade und die Zunge gleitet durch lockeren, pikanten Teig bis hin zur fruchtigen Süße der Konfitüre. Gefüllte Schokoladenspitzen sind eine Pfefferkuchenspezialität aus Pulsnitz, einer kleinen Stadt bei Dresden. Nach der Wende dauerte es neun Jahre, bis ihr Berufsstand vor der Deutschen Handelskammer anerkannt wurde. Dabei mussten eine Menge Pfefferkuchen nach Bonn geschafft werden, munkelt man in Pulsnitz.
Ihnen ging es ähnlich, wie 27 anderen traditionellen Gewerken, die in der alten Bundesrepublik bereits ausgestorben waren. Aus „Lebekouchen“ formten bereits die Germanen Kultfiguren, sie waren das Festgebäck für Lebens- und Jahreskreisläufe der Menschen bis hin zu Opfergaben der Mönche. Unter der Zugabe von Honig wurde das Brot anfangs zu einem Honiggebäck. Der Honig wurde in Waben aus den Stöcken der Bienen heraus gebrochen, durch Erwärmen für die Teigbereitung abgeseiht, während der Rest zu Met vergoren und das Wachs zu Kerzen wurde.
Später brachten die Seefahrer Aromen mit aus Asien und dem Orient, die vermengte man mit dem Honigkuchen. Da Pfeffer das bekannteste und teuerste Gewürz war, nannte man die Gewürze Pfeffer. Heute sind zwar mehr als acht Gewürze im Pulsnitzer Pfefferkuchen, jedoch kein Pfeffer. Ein Innungsbrief vom 01. Januar 1558 erlaubte den Pulsnitzern das Pfefferkuchenhandwerk: „… und soll jeder Meister so viel Rockens packen, als die gemeine notturft erfordert, desgleichen Pfefferkuchen.“
Helga Klee, Hermsdorf
Weihnachtsstern, Symbol der Reinheit und der Aufopferung. In den USA wird der Weihnachtsstern ganz offiziell mit einem eigenen Tag geehrt. Der „Poinsettia day“ wird am 12. Dezember gefeiert. Wer sich das Datum zu Herzen nimmt, verschenkt eine der rot, rosa, pink, creme oder weiß leuchtenden Pflanzen. Eigentlich ist der 12.12. der Todestag von Joel Poinsett, dem ersten US-amerikanischen Botschafter in Mexiko. Er begeisterte sich am prächtigen rot des wilde Strauches und spürte wohl auch, dass gärtnerische Fähigkeiten in ihm steckten.
1828 sandte er ein paar Exemplare in die USA und brachte damit den Stein ins Rollen für die heutige Karriere der Euphorbia pulcherrima, der schönsten Euphorbie, wie der botanische Name übersetzt lautet. Poinsett wird oft als Entdecker der Pflanze bezeichnet. Die Azteken kannten sie bereits unter dem Namen Cuetlaxochitle. Als Symbol der Reinheit und der Aufopferung wurde sie von ihnen verehrt. Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn ihr glühendes Rot setzten die mexikanischen Ureinwohner mit dem Blut der Menschenopfer gleich.
Ganz profan gewannen sie aber auch den roten Farbstoff aus den Hochblättern oder, wie es korrekt heißt, aus den Brakteen. Zum Schminken und zum Färben von Stoffen wurden die Blattextrakte verwandt. Der Milchsaft, der bei Verletzung aus allen Pflanzenteilen austritt, diente zum Fiebersenken. Die auffällige Pflanze blieb auch den spanischen Eroberern nicht verborgen. „Flores de Noche Buena“, Blumen der heiligen Nacht, nannten sie sie nach dem Zeitpunkt ihrer Blüte. Bald setzten sie dem Glauben der „Wilden“ eine christliche Weihnachtssternlegende entgegen. Ein kleines mexikanisches Mädchen habe dem Jesuskind zur Weihnachtsfeier ein Geschenk mit in die Kirche bringen wollen. Da es aber so arm war, hatte es nichts, was des Heilands würdig gewesen wäre. Schließlich pflückte es ein paar Stengel vom Feldrand. Als es sie mit angstvollen klopfenden Herzen vor den Altar legte, verwandelte sich das Sträußlein in prächtige Weihnachtssterne.
Helga Klee, Hermsdorf
Die Segensfrüchte: Wer zu Beginn des neuen Sonnenjahres große Schachteln mit Früchten und Gemüse auf den Tisch stellte, würde im künftigen Jahr keinen Mangel leiden. Das glaubten die Bauern des Mittelalters und schenkten sich gegenseitig Früchte und Nüsse, um den Segen weiterzugeben. Wer also im Advent die Schüssel mit Nüssen auf den Tisch stellt oder vergoldete Nüsse, Backwerk und rote Äpfel in den Tannenbaum hängt, folgt dieser alten Sitte.
Helga Klee, Hermsdorf
Ingwer ist eine uralte Kulturpflanze. Erste Erwähnung fand sie im zweiten vorchristlichen Jahrhundert in chinesischen Quellen und in den heiligen Schriften der Inder. Die Kreuzritter brachten die Wurzel nach Mitteleuropa. Ingwer war, wie viele orientalische Importe, zunächst sehr teuer.
Ein Pfund Ingwer hatte den Gegenwert eines ganzen Schafes. Auch als Heilmittel setzte man Ingwer ein. Die geriebene Wurzel versprach Linderung bei Zahnschmerzen, Magen- und Verdauungsproblemen. Auch noch heute ist Ingwer in der Naturapotheke zu finden. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit wird Ingwer als Duftstoff oder für die bekannten Ingwer-Plätzchen verwendet.
Helga Klee, Hermsdorf
Nach der Legende war sie eine christliche Märtyrerin, die Tochter eines reichen griechischen Kaufmanns und lebte in Nikodemien, dem heutigen Izmit in der Türkei. Sie starb den Märtyrertod, weil sie sich taufen ließ. Ihr Vater soll sie enthauptet haben, um anschließend vom Blitz getroffen zu werden. Deshalb wird Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht und bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet.
Seit dem Mittelalter gehört die Heilige auch zu den 14 Nothelfern und ist Schutzheilige der Bergleute und der Artilleristen. Sie gehört mit Margareta von Atiochien und Katharina von Alexandria zu den drei heiligen Jungfrauen. Allerdings ist die historische Existenz ziemlich unsicher. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist der Tag deshalb nicht mehr im offiziellen Festkalender der katholischen Kirche aufgeführt. Viele Legenden ranken sich um ihre Person.
Trotzdem werden am Barbara-Tag nach einem alten Brauch, der bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht, so genannte Barbara-Zweige (Kirschzweige) ins Wasser gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen.